Das war der erste eBookClub!

„Komm los, lass uns das machen!“ – irgendwann im Sommer haben wir, Carsten und Ute, uns das gesagt. Und nun ist er  um: unser erster eBookClub am 4. Dezember.

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Wenn wir, wie gerade jahreszeitlich sowieso angesagt, zurückblicken, dann hat uns vor allem beeindruckt, welche Eigendynamik die Idee entfaltete. Hoffmann und Campe war ohne langes Zaudern als Sponsor dabei, Ruben vom betahaus war begeistert, über Twitter, Facebook und Co. machte der eBookClub die Runde, ebenso wie über diverse Verteiler und die Fachpresse – wofür wir an dieser Stelle auch nochmals danken wollen! Und so kamen am Ende, statt der 35 von uns erhofften Teilnehmer, mit den ersten Hamburger Schneeflocken am vergangenen Dienstag 80 Leute ins betahaus, innerhalb einer Woche waren alle Tickets ausverkauft. Sogar SPIEGEL und dpa hatten sich akkreditiert (was unsere Nervosität auf ein extra hohes Level hob – schließlich leider ganz umsonst).

Alle Stühle stehen für den ersten eBookClub.

Alles fertig, kann losgehen!

Wir gehen aber davon aus, dass der große Zuspruch viel mit dem Thema zu tun hatte …!

„Was macht ein traditionsreicher :) Publikumsverlag wie Hoffmann und Campe in 15 Jahren?“ – auf diese Frage wollten wir an diesem Abend eine Antwort. Und Markus Klose, einer der beiden Geschäftsführer des Verlags, hatte sich von uns überreden lassen, in die Glaskugel zu blicken.

Ute Nöth und Carsten Raimann eröffnen den ersten eBookClub.

Um es vorweg zu nehmen: Wer auf DIE definitive These gehofft hatte, der musste den eBookClub enttäuscht verlassen. Aber da das, zumindest soweit uns bekannt, keiner gemacht hat, nehmen wir an …

  1. hat wahrscheinlich sowieso keiner damit gerechnet
  2. war der Vortrag so witzig, weise, schnell, inspirierend und mit vielen Infos aus dem Verlagsalltag versetzt, dass man jede Sekunde mit vollster Aufmerksamkeit lauschte
  3. hat man selten so großartig gestaltete Folien gesehen. Man wartete schon voller Vorfreude darauf, wie die nächste Folie wohl umgesetzt ist. Großes Kompliment!

Markus Klose begann seinen Vortrag mit einem Briefwechsel zwischen Heinrich Heine und seinem Verleger Campe. Schon vor über 150 Jahren schienen die Auseinandersetzungen zwischen Autoren und Verlegern einem ähnlichen Muster zu folgen, wie heute. Während Heine anführte, dass sich seine Leser wundern würden, „daß [sie] auf dem Titelblatt meiner Bücher immer den Name Hoffmann und Campe begegneten“, erwidert ihm Campe „lassen Sie mich ohne alle Belästigung gewähren“ – schließlich verstünde er mehr vom Buchverkauf als sein Autor.

Weiter ging es mit Voraussagen, die vor 15 Jahren über die Zukunft der Branche getätigt wurden …

Twittermeldung zum eBookClub

… und mit Prognosen von Menschen, die es besser wissen sollten.

Viel Diskussionsbedarf erzeugte eine Folie, die „The slow pace of ebook innovation“ zum Thema hatte. Wer ruft eigentlich nach Innovationen im digitalen Bereich? Die Autoren? Die Verlage? Die Leser? Oder am ehesten noch die Verkaufsplattformen, die ihre Geräte verkaufen wollen? Irgendwie scheinen die meisten mit der schlicht linearen Umsetzung eines Textes restlos zufrieden. Oder doch nicht? Die Meinungen, wie sinnvoll enhanced E-Books oder interaktive Erzählformate denn eigentlich sind, gingen auseinander.

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Und welche Rolle spielen Verlage bei dem Ganzen? Sind sie letztlich nur Ausbeuter – oder, wie man häufig hört: Verwerter? Oder unbelehrbare Investoren ins Prinzip Hoffnung?

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Weiter ging es mit Dingen, die heute schon klar sind: um die Notwendigkeit eines – wie auch immer ausgestalteten –  Urheberrechts, um die Neudefinition von Begriffen wie Besitz und Kopie, um die Abschaffung des harten DRM  und dass die E-Book-Preise zu hoch sind.

Am Ende gab’s als „Enhancement“ des Vortrags zehn Thesen, von denen vor allem die Sechste später auf Facebook noch weiterdiskutiert wurde:

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Und was uns angeht: Nach dem ersten eBookClub und den vielen guten Menschen aus den Hamburger Verlagen, die zu Gast waren, würden wir These Nummer Sechs sofort unterschreiben!

Nach dem Vortrag gab’s tolle Musik von den Herren K. und K. Nur leider – und das ist wohl der einzige Wehmutstropfen des Abends – getanzt hat keiner. Aber vielleicht schaffen wir ja auch das noch!

Allen Teilnehmern sagen wir DANKE fürs Vorbeikommen und die gute Stimmung. Wir hoffen, wir sehen euch beim zweiten eBookClub wieder!

Weitere Fotos vom eBookClub findet ihr hier:

http://www.flickr.com/photos/ebookclub/sets/72157632184380598/

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2 Antworten zu “Das war der erste eBookClub!

  1. Pingback: Der eBookClub macht Pause |·

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